Zeitraum: 30.04.2014 bis 04.05.2014
Revier: Kummerower See
Boot: Segeljolle Flying Cruiser
Crew: Markus
Melanie
Julian
Lara
Pia
Johannes


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Tag 2

Der Morgen begann für alle mit einem ausgedehnten Frühstück. Es war einfach schön mit allen zusammenzusitzen, noch einen Kaffee oder Tee zu trinken und über Gott und die Welt zu reden. Anschließend trennten sich unsere Wege. Jeder wollte etwas anderes machen, einkaufen, Städte anschauen, spazieren gehen, spielen, rennen, toben oder schlafen. Nur Segeln war für heute nicht gerade beliebt. Der Wind hatte gedreht und trieb dunkle Wolken über das Land und den See. Für den Nachmittag war etwas weniger Wind angesagt und so entschieden wir uns dazu erst am späten Nachmittag aufs Wasser zu gehen. Unsere Kinder hatten dazu keine Lust und waren anders beschäftigt.
Nach einem ausgedehnten Spaziergang, einem guten Mittagessen und einem erholsamen Mittagsschlaf machten wir uns auf dem Weg zur Kanubasis. Tino zeigte uns, wie wir die Segel reffen können. Das ist auf so einer Jolle ja etwas anders als auf einem Dickschiff. Und dann ging es raus aufs Wasser.



Melanie sagte nachher über das Jollensegeln: "Ich habe immer gedacht, dass es ein ganz anderes Segeln ist als auf einer Yacht. Im Grunde genommen ist es das aber gar nicht. Ich komme hier genauso schnell in einen Zustand der Tiefenentspannung wie auf dem Dickschiff. Allerdings gibt es doch einige Unterschiede: die Jolle reagiert auf jede Böe und jede Welle, das spürt man stark an der Pinne. Sie verzeiht weniger Fehler. Die Jolle ist wesentlich leichter, hat aber trotzdem viel Angriffsfläche. Das optimale Trimmen kann man auf einer Segeljolle sehr effektiv üben!" Die Wellen waren für so ein kleines Boot wirklich hoch, dadurch konnte nicht jeder segelbare Kurs gefahren werden. Nach eineinhalb Stunden auf dem See entschieden wir uns für den Rückweg. Das hieß für uns Raumschotskurs. Der See war leer. Außer uns war ganz in der Ferne noch ein Segelboot zu sehen und ein oder zwei Motorboote überquerten den See. Ein Motorbootfahrer hielt mit beachtlicher Geschwindigkeit Kurs auf sein Ziel (wo auch immer das gewesen sein mag) und war damit voll auf Kollisionskurs zu uns. Unsere einzige Möglichkeit ihm auszuweichen (denn er machte keine Anstalten seinen Kurs zu ändern) war eine Halse zu fahren. Die hatten wir die Stunde vorher aufgrund der Windstärke und Wellenhöhe immer schön vermieden. Jetzt ergab sich daraus unser Manöver des letzten Augenblicks. Die Halse endete mit einem Sonnenschuß. Die Jolle lag mit etwas mehr als der Kante im Wasser, die Sitzflächen waren gefüllt und wir konnten so ungewollt die Dichtigkeit unserer Ölzeughosen testen. Sie sind dicht! Panik kam übrigens bei uns beiden nicht auf. Melanie reagierte an der Pinne genauso ruhig und bedacht, wie Markus durch das Fieren der Großschot den Druck aus dem Segel nahm. Das Selbstlenzventil tat seine Arbeit und innerhalb von zwei Minuten war das Cockpit wieder wasserfrei. Über den bekloppten Motorbootfahrer (der übrigens weiter stur seinen Kurs hielt) ärgerten wir uns trotzdem enorm!
Zurück im Hafen, das Einlaufen war mit dem achterlichen Wind ja problemlos möglich, hatte Melanie dann vergessen, dass es sich um eine Jolle und nicht um eine Yacht handelt. "Bremse niemals mit der Hand!" ist eine der wichtigen Regeln beim Dickschiffsegeln. Bei einer Jolle fällt das nicht wirklich ins Gewicht. Dennoch war es die Macht der Gewohnheit, die sie dazu trieb nach dem Übersteigen auf die Pier einen Ring zu suchen, um den Festmacher durchzufädeln und dann aufzustoppen. Markus erinnerte sie durch Zurufen, dass es nicht nötig sei und so konnte die Jolle doch noch rechtzeitig aufgestoppt werden.

Nach dem Abendessen ließ der Wind noch weiter nach. Und so entschieden Markus, Johannes und Julian noch einmal aufs Wasser zu gehen. Wie bereits am Nachmittag wollte Markus das Boot vom Steg wegdrücken. Johannes saß an der Pinne. Wahrscheinlich drückte er diese in die verkehrte Richtung und so nahm die Jolle Fahrt auf und zielte auf ein nebenliegendes Dickschiff. Durch einen kräftigen Abstoß mit dem Fuß konnte Markus die Kollision abwenden. Das hatte aber zur Folgen, dass er eine Runde im Hafenbecken baden ging. So konnte er also gleich mal testen, wie gut eine Feststoffweste jemanden in kompletter Ölzeugmontur über Wasser halten kann und wie dicht das Ölzeug ist. Fazit: Sehr gute Auftriebseigenschaften der Feststoffweste, Innentaschen des Ölzeugs sind dicht, Außentaschen geflutet, Ausstiegsmöglichkeiten um alleine aus dem Hafenbecken zu kommen - unmöglich. Johannes und Julian zogen Markus an den Steg und dort an Land. Nach einer heißen Dusche und Klamottenwechsel ging es dann doch noch mal für eine Stunde Segeln.

Kurzinfos zum Tag:
Kummerower See
Distanz: 3 sm

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