Zeitraum: 20.05.2024 - 28.05.2024
Revier: Atlantik, Karibik, Grenada, Carriacou - Grenada, Prickly Bay
Boot: eMMa - Moody 44 - Markus
Crew: Markus
Melanie


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Wochenbericht 73 - Schon wieder ist die Karibiksaison zu Ende - eMMa an Land

Mit Erreichen der Prickly Bay ist nun wieder eine Segelsaison zu Ende! Wir arbeiten systematisch unsere To-Do-Liste ab. Am 21.05.2024 steuert Melanie eMMa um 13:45 Uhr zum Kran. 15 Minuten später hängt eMMa bereits im Kran mit dem Namen Kiki und eine halbe Stunde später ist sie auf ihrem Stellplatz an Land gesichert und fixiert. Die Crew der Spice Island Marina ist ein erfahrenes Team und arbeitet sehr souverän und genau. Wie immer ist es Millimeterarbeit mit dem Hubwagen, denn jeder Quadratzentimeter Boden wird hier genutzt.
An Land liegend geht die To-Do-Liste weiter. Verstauen, Koffer packen, Arbeiten, die nur an Land gemacht werden können, Kuchenbude und Sprayhood abbauen, Steuerrad einpacken, Lebensmittel verschweißen, Textilien waschen und vakuumverpacken, dazwischen Falle und Leinen, Blöcke und Wanten kontrollieren. Die Ruderanlage nehmen auch genauestens unter die Lupe. Zum Glück stellt sich heraus, dass der Ruderquadrant völlig in Ordnung und leichtgängig ist. Erleichterung zunächst einmal. Doch warum geht unser Steuerrad dann so schwergängig? Sind es doch die Steuerseile? Jedoch ist das nichts, womit wir uns noch vor Abreise beschäftigen müssen. Das kommt auf die To-Do-Liste für den Saisonbeginn. Nach der To-Do-Liste ist vor der To-Do-Liste! Es ist viel zu tun in den Tagen bis zu unserer Abreise. Doch wir schaffen alles Wichtige relativ entspannt, weil wir viel besser vorbereitet sind. Zum letzten Mal nehmen wir ein paar Änderungen vor. Zum einen geben wir unsere Salonseitenfenster bei der Marina in Auftrag für einen Austausch. Dafür müssen wir uns beim Yachtausrüster passende Plexiglasscheiben aussuchen, die auch in ausreichender Menge vorhanden sein müssen. Wir entscheiden uns für einen ganz dunklen Ton, damit möglichst wenig Sonne einfällt. Wir erhoffen uns dadurch, dass der Salon sich nicht so sehr aufheizt. Dann entscheiden wir uns für die Nutzung unseres elektrischen Entfeuchters über eMMas 220 V Netz. Da wir keinen Landstrom anliegen haben möchten, rechnen wir hin und her, besorgen eine Zeitschaltuhr und programmieren sie für 2 Stunden am Tag ein. Zusätzlich installieren wir einen 12V-PC-Lüfter an einem der Belüftungslöcher. Ob unsere Maßnahmen etwas bringen, werden wir erst sehen, wenn wir im November wieder an Bord sind.
Eine weitere Herausforderung meistern wir dann beim Packen. Wir fliegen gemeinsam zunächst nach Trinidad und dann weiter nach Amsterdam. Von dort aus geht Markus Flieger nach Rom und Melanies Bahn nach NRW. Somit müssen wir unser Gepäck nach Zielort aufteilen. Alle Tauchsachen müssen mit Markus mit nach Elba und Melanie wird für Deutschland zunächst noch lange Anziehsachen benötigen. Und obwohl wir erst in einem halben Jahr wieder zurückkommen werden, haben wir trotzdem, wie jeder andere Tourist auch, lediglich 23 kg Aufgabegepäck, ein Handgepäckstück und eine Hand- oder Laptoptasche. Wir packen hin und her. Überlegen, was unbedingt wohin mit muss und sind am Ende mächtig stolz auf uns. Haben wir die letzten Male unser Fluggepäck noch bis auf das letzte Gramm ausgereizt, so sind es diesmal knapp unter 20 kg je Aufgabegepäck. Am Abend des 27.05.2024 ist dann alles gepackt, verstaut und abreisefertig. Wir gönnen uns eine letzte Pizza im One Love und bestellen für den nächsten Morgen ein Taxi zum Flughafen. Unser Online-Check-in funktionierte nur zum Teil. Zusatzfunktionen konnten wir buchen, aber die Bordingkarte bekommen wir nicht angezeigt. Auch geht aus den Unterlagen nicht hervor, ob wir unser Aufgabegepäck in Trinidad abholen und neu aufgeben müssen oder nicht.
So fahren wir in aller Herrgottsfrühe am Morgen des 28.05.2024 zum Flughafen. Am Check-in-Schalter erhalten wir von der freundlichen Mitarbeiterin dann auch unsere Bordingpässe für den KLM Flug von Trinidad nach Amsterdam. Wir fragen sie wegen dem Aufgabegepäck. Sie versichert uns, nein, wir brauchen es nicht abholen. Es wird in Trinidad umgeladen und fliegt mit uns nach Amsterdam. Für das Gepäck müssen wir Adressaufkleber ausfüllen. Beim Einchecken passen wir genau auf, dass jeweils die richtige Tasche, mit der jeweiligen Zieladresse und unseren Namen übereinstimmen. Schließlich fliegen Markus Sachen weiter nach Pisa! Lediglich mit unserem Handgepäck machen wir uns auf den Weg zur Sicherheitskontrolle. Wir kennen das Prozedere ja mit der Weile nur zu gut. Und da Grenada ein ganz kleiner Flughafen mit alten Geräten ist, müssen wir alle Elektronik aus dem Gepäck ausräumen. Melanie geht als erste durch und darf danach alles wieder einpacken. Markus Rucksack geht noch mal und noch mal durch das Durchleuchtungsgerät. Die Beamtin fragt ihn irgendwann ob er Schrauben im Rucksack hat. Schrauben?! Irgendwann findet sie das Gesuchte und ja, es sind Schrauben. Genauer gesagt drei Stück und mit diesen Schrauben hat Markus seine Badelatschen repariert. Sie schaut sich das an und fragt nur „Realy?!“. Melanie kann sich vor Lachen kaum noch auf den Beinen halten!
Am Gate wird uns klar, dass der Flug bis Trinidad mittels einer kleinen Propellermaschine stattfinden wird. Das beruhigt Melanies angespanntes Nervenkostüm nicht gerade.
Doch der Flug verläuft ruhiger als gedacht. Eigentlich besteht die Strecke von Grenada nach Trinidad auch lediglich aus einem Start und einer Landung. Der ganze Flug dauert nur 50 Minuten. In Trinidad müssen wir komplett durch die Emigration. Wir reisen also quasi ein und später wieder aus. Also noch einmal durch eine Sicherheitskontrolle und dann können wir in Ruhe frühstücken gehen. Wir vertreiben uns die Stunden bis zum Boarding mit Hörbücher und Gesprächen. Dann endlich beginnt das Boarding für unseren KLM Flug nach Amsterdam. Doch unsere Boardingpässe werden nicht akzeptiert. Am Serviceschalter drucken sie uns neue aus und erzählen uns nebenbei, dass unser Aufgabegepäck nicht mit im Flugzeug sei. Das hätten wir abholen und neu aufgeben müssen. Wir sind ziemlich sauer darüber, denn wir hätten ja genügend Zeit gehabt, jedoch wurde uns ja eine andere Information erteilt. Der Flug selbst verläuft ruhig. Als wir in Amsterdam ankommen warten wir auf unser Gepäck am Gepäckband vergebens. Wir hatten es ja schon vermutet. Am Serviceschalter von KLM bekommen wir noch einmal die Aussage, dass der Flughafen in Trinidad das Gepäck hätte weiterleiten müssen. Doch jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Wir müssen einiges an Papierkram erledigen und der Dame am Schalter klar machen, dass die korrekten Gepäckstücke an jeweils die korrekte Adresse gesendet werden müssen und diese Adressen nicht in den Niederlanden sind, sondern einmal in Deutschland und einmal in Italien. Die Service-Mitarbeiterin ist sehr nett und geduldig mit uns. Bei uns ist allerdings nach bereits mehr als 24 Stunden Reisezeit so langsam die Luft raus. Nachdem der Papierkram erledigt ist und wir noch weitere Informationen zwecks Entschädigungsansprüche erhalten haben, gehen wir gemeinsam etwas Frühstücken. Nach dem Frühstück folgt der Abschied und der ist alles andere als leicht! Wir werden uns 10 Wochen lang nicht sehen!

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