Zeitraum: 05.10.2015 bis 10.10.2015
Revier: Griechenland, Insel Lefkada — Preveza
Boot: Sheringham Lady, später eMMa
Moody 44
Crew: Richard Locke
Markus
Melanie


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Tag 3

Wir frühstücken gemütlich unter Deck. Danach machen wir alles klar zum Auslaufen und endlich geht es Anker auf. Richard startet die Maschine. Sie springt sofort an und läuft schon mal warm. Richard bittet Markus um Hilfe mit dem Anker und stellt Melanie ans Ruder. Ihre Sorge, dass 44 Fuß zu groß sein könnten, verfliegt umgehend. Dank des Mittelcockpits fühlt es sich gar nicht so riesig an.

Stolz steuert Melanie raus aus der Bucht von Nydri. Obwohl der Wind nur schwach weht, setzen wir die Segel. Die Moody hat gute Segeleigenschaften. Sie setzt auch wenig Wind in Fahrt um.

Wir alle genießen diesen tollen Segeltag. Wir testen das Boot, wo wir nur können. Eigentlich war geplant in einer Bucht zu ankern und zu schwimmen. Dazu haben wir aber gar keine Lust. Das Segeln mit diesem Boot macht einfach zu viel Spaß! Wir beschließen die Bucht Sevota anzulaufen und dort die Nacht zu verbringen. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel immer mehr, denn über Lefkada zieht ein Gewitter auf. Der Wind kommt zwar aus der entgegengesetzten Richtung, aber das Gewitter hängt in den Bergen fest. Wir schalten vorsorglich die Instrumente aus und den Motor an. Der Wind dreht und frischt stark auf. Wir bergen die Genua. Das Groß steht noch komplett als das Gewitter mit Hagel, Blitz und Donner direkt über uns steht. Sturm kommt auf und legt das Boot auf die Seite. Nicht nur ein bisschen, sondern richtig. Die Sülkante des Mittelcockpits befindet sich im Wasser. Richard und Markus halten das Ruder gemeinsam fest, während Melanie mit beiden Füßen auf der Innenseite der gegenüberliegenden Cockpitbank steht und sich am Griff des Niedergangs festhält. Der nun aufkommende Starkregen nimmt uns die Sicht und die Böen legen uns immer wieder auf die Seite. Wir wissen, dass wir irgendwann auf Legerwall zur kleinen Insel sein werden, können sie aber aufgrund des Starkregens nicht sehen. Wir halten alle angespannt Ausschau. Als sie auftaucht, liegt sie nur etwa 2-3 Schiffslängen vor uns. Der Motor zeigt, was er kann und mit einer Wende schaffen wir es so abzulaufen, dass die Gefahr des Legerwalls gebannt ist. Wie lange der Spuk ging, weiß keiner von uns. Wir schätzen etwa 15 bis 20 Minuten, aber es kam uns allen viel länger vor. Dann hört es auf zu regnen und auch der Sturm lässt deutlich nach. Wir bergen das Großsegel und fahren unter Motor in die Bucht von Sivota.



Es ist eine tolle Bucht zum Ankern. Wir ankern heute allerdings nicht. In der Bucht gibt es auch viele Privatstege der Restaurants. Strom, Wasser und Liegeplatz sind dann kostenlos, wenn man abends bei dem Restaurant essen geht. An so einem Steg machen wir fest. Für uns ist es das erste Mal Anlegen an einer Muringleine. Am Abend gehen wir zum Dinner in das tolle Lokal. Es gibt sehr leckeres Essen und wir lernen Ken und Toula kennen. Ken spricht gut Deutsch und so erzählen wir ihm, was wir am Nachmittag im Sturm erlebt haben. Richard erzählt Frances nichts von dem Sturm, damit sie sich nicht unnötig Sorgen macht. Melanie und Toula verstehen sich gut und quatschen den ganzen Abend. Erst im Restaurant und später dann gemütlich im Cockpit sitzend. Es wird spät bis wir in der Koje liegen und schlafen. (27,8 sm)




Kurzinfos zum Tag:
Liegeplatz: Bucht von Sevota
Liegeplatzbewertung: ****
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